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Geldgeschäfte der Schützenbruderschaft

Es lassen sich auch Belege dafür finden, daß die Schützen im Einklang mit ihrer Satzung soziale Aufgaben übernahmen, die sich nicht allein auf die Zusicherung des beruflichen Auskommens der Mitglieder beschränkten.
So wurde dem Bürgerssohn Tönnis Knickenberg am 10. Mai 1704 für ein Jahr lang eine Summe von 5 Blamüsern von seinem Beitrag erlassen, damit er seinem Handwerk unbeschwerter nachgehen konnte und sich nicht so große Sorgen darum machen mußte, wie er seine alte Mutter unterstützen sollte.

Aus diesem Grund verliehen die Schützen auch häufiger Geld gegen einen entsprechenden Zinssatz. Als Pfand übertrug man ihnen zumeist ein Stück Land, das dann in der Regel wieder anderweitig verpachtet wurde. Der dabei anfallende Gewinn kam wiederum der Kasse für Neuanschaffungen zugute oder wurde gleich zur (Mit-)Finanzierung der gesellschaftlichen Ereignisse (Gelage etc.) verwandt.

Im Jahre 1692 lieh man den Eheleuten Thonnieß Scheffers und Gertrud Halberschmidt 5 Reichstaler "ahn gangbahren silbernen gelt sorten ... zu erbawung ihres hausleins" gegen einen jährlichen Zins von einem Reichsort oder zwei Groschen. Als Sicherheit erhielt man einen "halben erbgartten ahm Euersbergischen hagen neben hieronymi kösters Erben gelegen".
Drei Jahre später verpflichteten sich "Elisabeth schutten wittibe kricks" und ihr Sohn Balthasar, die sechs Reichstaler neun Groschen, die sie zum Kauf eines neuen Pferdes benötigten, bald möglichst zurückzuzahlen. Der jährliche Zins belief sich auf 16 Schilling 101/2 Pfennig und wurde immer am Tage nach dem Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit fällig. Bei endgültiger Zurückzahlung der Leihsumme mußte der Vertrag ein viertel Jahr vorher gekündigt werden. Als Pfand überschrieben die beiden der Bruderschaft einen "halben morgen Landt oben im Eickhagen, unter dem Zwerch wege zwischen Steineken Jobstes und winteren henriches anderen gelegen.
Wiederum vier Jahre später, am 12. Juni 1699, erklärten sich Johann Michelß und seine Frau Margaretha Stubbe bereit, die Zinsen für die von ihnen geliehenen 5 Reichstaler alljährlich zu Pfingsten zurückzuzahlen. Die Bürgerschützen erhielten als Sicherheit ein "Erbeigenes freyes am Soistwege zwischen hanß henrichen dreuers landt undt den lockhbaumen liggendes ins oisten auff den Soestwege undt ins westen auff Gordt Ringelß landt schließendes Virtell Binner Iandt"